20. November 2025

Cybergefahren im Weihnachtsgeschäft: Warum Phishing und Betrugsversuche zu Black Friday Hochsaison haben

Wenn die Tage kürzer werden und die Angebote zahlreicher, läuft nicht nur der Handel, sondern auch die Cyberkriminalität auf Hochtouren. Rund um Black Friday, Cyber Monday und das Weihnachtsgeschäft haben Betrugsversuche im Netz regelmäßig ihren Höhepunkt. Für Unternehmen bedeutet das: Nicht nur Kund:innen, sondern auch Mitarbeitende stehen im Fokus von Angriffen. Ein einziger unbedachter Klick in der Hektik des Jahresendgeschäfts kann zu massiven Schäden führen – vom Datendiebstahl bis zum kompletten Systemausfall. Dieser Beitrag beleuchtet, welche Maschen besonders verbreitet sind und wie gezielte Awareness-Maßnahmen helfen, das Risiko zu senken.

Warum Cyberkriminelle gerade im Weihnachtsgeschäft besonders aktiv sind

Die Gründe für die Zunahme von Phishing- und Betrugsversuchen im November und Dezember sind offensichtlich – und doch oft unterschätzt.

Unternehmen und Privatpersonen tätigen mehr Einkäufe, verschicken mehr E-Mails und nutzen häufiger Online-Bezahldienste. Das bedeutet: mehr Online-Aktivität und mehr Datenverkehr, ergo mehr Angriffsflächen. Angebote, Geschenke und Rabatte sprechen gezielt Emotionen an – ein idealer Nährboden für Social Engineering.

In der Vorweihnachtszeit laufen außerdem viele Geschäftsprozesse parallel – Budgetabschlüsse, Marketingkampagnen, Sonderaktionen. In der Hektik und dem Zeitdruck nehmen Aufmerksamkeit und kritisches Hinterfragen ab. Zusätzlich kommen temporäre Mitarbeitende und externe Dienstleister hinzu: Saisonale Verstärkung, etwa im Kundenservice oder Versand, erhöht das Risiko, dass Sicherheitsstandards nicht konsequent beachtet werden.

Cyberangriffe in dieser Zeit sind deshalb nicht nur häufiger, sondern auch erfolgreicher. Kriminelle wissen, dass Menschen auf Rabatte reagieren, und nutzen diese menschliche Komponente gezielt aus.

Typische Betrugsmethoden rund um Black Friday und Weihnachten

Angreifer arbeiten mit bekannten Mustern – aber sie verfeinern sie stetig. Besonders relevant sind folgende Methoden:

1. Phishing-Mails mit Versand- oder Bestellbezug

„Ihr Paket kann nicht zugestellt werden“, „Aktualisieren Sie Ihre Zahlungsinformationen“ oder „Bestellbestätigung von Amazon“ – solche E-Mails wirken alltäglich und seriös. Gerade in der Paketflut der Weihnachtszeit werden sie seltener hinterfragt. Oft führen sie auf täuschend echt nachgebaute Seiten, auf denen Anmeldedaten oder Kreditkarteninformationen abgegriffen werden.

2. Fake-Shops und gefälschte Rabattaktionen

Cyberkriminelle betreiben eigene Online-Shops mit echten Produkten und unrealistischen Preisen. Sie investieren in professionelles Design, Social-Media-Anzeigen und Suchmaschinenwerbung. Nach Zahlungseingang erfolgt jedoch keine Lieferung. Oftmals werden dabei auch Zahlungsdaten für weitere Betrugsversuche missbraucht.

3. CEO- und Payment-Fraud im Jahresendgeschäft

Kurz vor Jahresende häufen sich gefälschte Zahlungsanweisungen oder dringende Überweisungsaufforderungen im Namen der Geschäftsleitung. In der Hektik werden interne Kontrollmechanismen umgangen – insbesondere, wenn Mitarbeitende im Homeoffice oder im Urlaub sind.

4. Gefälschte Spendenaktionen und Weihnachtsgrüße

Cyberkriminelle nutzen auch die Spendenbereitschaft der Menschen aus. E-Mails mit „Wohltätigkeitsaktionen“ oder scheinbar harmlosen E-Cards enthalten Schadsoftware oder führen zu Phishing-Seiten.

5. Malvertising und Social-Media-Köder

Gerade auf Plattformen wie Instagram oder Facebook werden gefälschte Werbung und Links geschaltet, die auf betrügerische Webseiten führen. Die Kombination aus visueller Überflutung und Schnäppchenmentalität macht sie besonders wirksam.

Die unterschätzte Gefahr für Unternehmen

Während viele Menschen Phishing und Betrug mit privaten Online-Aktivitäten verbinden, geraten Unternehmen zunehmend in den Fokus. Denn: Jede:r Mitarbeitende ist auch potenzieller Einfallspunkt für Angriffe.

Ein Beispiel: Eine Mitarbeiterin im Einkauf erhält eine E-Mail eines vermeintlichen Lieferanten mit dem Hinweis auf geänderte Bankdaten. In der geschäftigen Vorweihnachtszeit prüft sie den Absender nicht genau – und eine hohe Summe landet auf einem Betrügerkonto.

Oder: Ein Kollege klickt in einer vermeintlichen DHL-Mail auf den Anhang – und unbemerkt installiert sich Schadsoftware, die später ganze Systeme lahmlegt.

Die Folgen können gravierend sein:

  • Betriebsunterbrechungen durch verschlüsselte Systeme (Ransomware)
  • Reputationsverlust durch Datenlecks oder Kommunikationsausfälle
  • finanzielle Schäden durch Betrug oder Wiederherstellungskosten
  • rechtliche Konsequenzen bei Verstößen gegen Datenschutzpflichten

In solchen Fällen ist nicht nur die IT-Sicherheit gefragt – auch Kommunikation, Management und Compliance müssen funktionieren.

Prävention durch Awareness: Sicherheit beginnt im Kopf

Technische Schutzmaßnahmen wie Spamfilter, Firewalls oder Endpoint-Protection sind wichtig, aber sie haben Grenzen. Der entscheidende Faktor bleibt der Mensch. Cyberangriffe scheitern oder gelingen durch Aufmerksamkeit, Skepsis und Wissen der Beschäftigten.

Gezielte Awareness-Trainings helfen, diese Kompetenzen zu stärken. Sie vermitteln, wie verdächtige Nachrichten erkannt und richtig gemeldet werden, und fördern eine Kultur der Wachsamkeit.

Ein gutes Awareness-Programm umfasst:

  • Beispiele aus der Praxis, um reale Szenarien greifbar zu machen
  • Regelmäßige Übungen wie Phishing-Simulationen, um Routine zu schaffen
  • Einbindung aller Hierarchieebenen, damit Sicherheit nicht als IT-Aufgabe, sondern als gemeinsame Verantwortung verstanden wird
  • klare Meldewege und Feedbackkanäle, damit Mitarbeitende wissen, wie sie im Verdachtsfall handeln

Gerade in stressigen Zeiten wie dem Weihnachtsgeschäft kann ein geschulter Blick den entscheidenden Unterschied machen.

Fünf Tipps für sichere Feiertage im Unternehmen

  1. Sensibilisieren Sie Ihr Team rechtzeitig. Kurze Awareness-Sessions vor der Hochsaison helfen, die Aufmerksamkeit zu schärfen.
  2. Kommunizieren Sie klare Regeln für Zahlungen und Freigaben. Besonders bei E-Mail-Kommunikation mit Finanzbezug sollten Kontrollen verschärft werden.
  3. Aktualisieren Sie Sicherheitsrichtlinien. Weisen Sie explizit auf saisonale Betrugsformen hin.
  4. Stärken Sie Ihre IT-Abwehr. Prüfen Sie Filterregeln, Updates und Notfallkontakte.
  5. Planen Sie Nachbesetzungen in der IT. Viele Angriffe geschehen gezielt an Wochenenden oder Feiertagen, wenn weniger Personal im Dienst ist.

Wissen schützt: Phishing Awareness Training

Wer Phishing erkennt, bevor es gefährlich wird, schützt nicht nur sich selbst, sondern das gesamte Unternehmen.

Unser Phishing Awareness Training vermittelt praxisnah, wie Social-Engineering-Angriffe funktionieren, welche psychologischen Tricks genutzt werden und wie man sie im Arbeitsalltag effektiv abwehrt.

Teilnehmende lernen unter anderem:

  • wie gefälschte E-Mails und Webseiten erkannt werden,
  • welche Warnsignale in Sprache, Design oder Absenderdaten auftreten,
  • wie Meldeprozesse und Eskalationswege funktionieren,
  • und wie eine nachhaltige Sicherheitskultur im Unternehmen aufgebaut wird.

Gerade jetzt – in der Hochsaison für Phishing und Betrug – lohnt sich die Investition in Wissen mehr denn je.

Fazit

Black Friday, Cyber Monday und das Weihnachtsgeschäft sind nicht nur Höhepunkte des Konsums, sondern auch Höhepunkte des Cyberbetrugs. In dieser Zeit treffen hohe Aktivität, Emotion und Zeitdruck aufeinander – eine Kombination, die Angreifer gezielt ausnutzen.

Doch mit bewusster Vorbereitung, klaren Prozessen und gut geschulten Mitarbeitenden lassen sich viele dieser Risiken entschärfen. Informationssicherheit beginnt beim Menschen – und wer aufmerksam bleibt, kann selbst im hektischsten Jahresendgeschäft ruhig schlafen.

Stärken Sie Ihre Belegschaft mit einem gezielten Phishing Awareness Training. Hier finden Sie alle Informationen und die Anmeldung:

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